Die Hürden der Integration

Petitionsübergabe an Silvia Breher (MdB) im Kreishaus in Vechta

Am Dienstag kamen im großen Sitzungssaal des Kreishauses in Vechta viele Politiker, Organisations- und Unternehmensvertreter aus der Region, unter anderem Silvia Breher (MdB), zusammen, die dem Aufruf von unserer Personalleiterin Ulla Kampers und dem Leiter des Lohner Jugendtreffs Paul Sandmann folgten. Alle Anwesenden engagieren sich in verschiedenster Art und Weise für Flüchtlinge, die eine Ausbildung absolvieren und alle beschäftigt dasselbe Thema, die Problematik der fehlenden finanziellen Beihilfen für Flüchtlinge aus so genannten sicheren Herkunftsländern.

Im Anschluss an begrüßende Worte von Landrat Herbet Winkel wurde von Ulla Kampers die von den Anwesenden unterschriebene Petition an Silvia Breher übergeben, in der die betroffenen Vertreterinnen und Vertreter die gleiche und gerechte Förderung von Flüchtlingen jeglicher Herkunft fordern. Frau Breher zeigte sich beeindruckt wie viele Unterstützer zusammengekommen seien.

Nach der Petitionsübergabe berichtete Ulla Kampers von ihren Erfahrungen bei der Integration von jungen Flüchtlingen in die Arbeitswelt. Sie hat dabei viele Hürden überwinden müssen und konnte dem Plenum berichten, dass unser Auszubildender Tamer vor zwei Wochen seine schriftliche Prüfung abgelegt hat, nachdem er im Jahr 2015 nach seiner Flucht aus Syrien mit einem Praktikum bei nordluft anfing. Auf diesem langen Weg erhielt Tamer einige Unterstützung, zum Beispiel in Form der assistierten Ausbildung der Bundesagentur für Arbeit. Diese Unterstützung stehe ihm allerdings nur zu, erläutert Kampers, weil er aus Syrien stamme, einem Herkunftsland dem Fördermöglichkeiten zugesprochen werden. Genau an diesem Punkt werden den Flüchtlingen und Unternehmen in Deutschland Hürden in den Weg gestellt. Denn nach dieser Erfolgsgeschichte berichtet Ulla Kampers von dem zweiten Geflüchteten, den nordluft beschäftigt. Murtaza hat einen afghanischen Pass und absolviert seit August 2018 eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik bei uns. Da Menschen aus Afghanistan aktuell nicht die gleichen Fördermöglichkeiten zustehen, wie z. B. Flüchtlingen aus Syrien, steht der junge Afghane vor größeren Problemen. Ohne diese zusätzlichen Hilfen wird die Ausbildung enorm erschwert und die Flüchtlinge sowie die Unternehmen fühlen sich im Stich gelassen, berichtet Frau Kampers. Die Folge, die sie in der fehlenden Unterstützung sieht, sind vermehrte Ausbildungsabbrüche, da viele Unternehmen den Mehraufwand in Eigenregie nicht leisten können. Frau Breher versprach den Rückenwind, den sie durch das Engagement der Beteiligten verspüre, mit nach Berlin zu nehmen und sich für die Petition einzusetzen. Sie betonte außerdem wie toll sie es findet, dass sich verschiedenste  zu einem Puzzle zusammenfinden würden und dadurch eine schlagkräftige Initiative entstehe.

Ein kompliziertes Puzzle ist ein gutes Bild mit dem sich Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt beschreiben lässt. Das, was die Betroffenen bei der Lösung dieses Puzzles gar nicht brauchen, sind politische Hürden.

Bildquelle: Landkreis Vechta